Ludwig Quidde-Preis 2014 geht an Mary Kaldor

 

 Der Ludwig Quidde Preis 2014 geht an die britische Politikwissenschaftlerin Mary Kaldor, die Leiterin der Civil Society and Human Research Unit der London School auf Economics and Political Science (LSE). Mit dem Preis zeichnet die Ludwig Quidde Stiftung herausragende wissenschaftliche Leistungen aus, die sich in der Tradition des Friedensnobelpreisträgers Ludwig Quidde mit den Themenfeldern Frieden und Freiheitsrechte auseinandersetzen und eine gesellschaftspolitische Wirkung entfalten.

Professor Mary Kaldor (geb. 1946) absolvierte ihr Studium der Politikwissenschaft, Philosophie und Wirtschaftswissenschaft an der Universität Oxford. Ihr wissenschaftlicher Werdegang begann in den Jahren 1967 bis 1969 am Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), wo sie heute Mitglied des Kuratoriums ist. Anschließend wechselte sie an die University of Sussex und arbeitete hier bis 1999 in unterschiedlichen Forschungszusammenhängen zu Fragen von Rüstungsdynamiken und Abrüstung sowie Friedenssicherung und –konsolidierung. Schließlich übernahm sie 1999 eine Stelle als Dozentin am Centre for the Study of Global Governance der London School of Economics and Political Science und wurde nach kurzer Zeit zur Professorin ernannt. Von 2003 bis 2011 war sie Direktorin dieses Zentrums. Seit 2011 leitet Mary Kaldor die Civil Society and Human Research Unit am LSE. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt hier vor allem Fragen zivilgesellschaftlicher Entwicklungen auf globaler Ebene und humanitär ausgerichteter sicherheitspolitischer Konzeptionen.

Die wissenschaftliche Reputation von Mary Kaldor zeigt sich in zahlreichen Gastaufenthalten an internationalen Forschungseinrichtungen, darunter am Massachusetts Institute for Technology (MIT), an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris, am Institute for Global Conflict and Cooperation der University of California, am Bryn Mawr College, Pennsylvania und an der Fondation de Sciences de l’homme, sowie in Ehrendoktorwürden.

Über ihre wissenschaftliche Arbeit hinaus engagierte sich Mary Kaldor als Beraterin zahlreicher internationaler Organisationen, unter anderem der Vereinten Nationen und der Weltbank. Sie ist Mitbegründerin der European Nuclear Disarmament-Bewegung und der Helsinki Citizens Assembly, sie sich in den 1980er Jahren für Abrüstung und Demilitarisierung, insbesondere die nukleare Abrüstung in Europa, sowie den Aufbau zivilgesellschaftlicher Kontakte zwischen Ost und West einsetzten.

Eine große internationale Aufmerksamkeit in Wissenschaft und Öffentlichkeit erzielte Kaldor durch ihre Studie zu „alten und neuen Kriegen“ im globalen Zeitalter. Darüber hinaus beteiligte sie sich federführend an der Konzeption von zwei Strategiepapieren für die Europäische Union (Barcelona Report 2004; Madrid Report 2007), in denen eine an humanitären Zielen ausgerichtete europäische Sicherheitspolitik entworfen wurde. In neueren Veröffentlichungen (u. a. “The Ultimate Weapon is No Weapon – Human Security and The New Rules of War and Peace”, dt. 2012) vertiefte Mary Kaldor ihre Überlegungen zu einer Neuorientierung der europäischen und globalen Friedens- und Sicherheitspolitik.

Die Ludwig Quidde-Stiftung bereitet derzeit die Preisverleihung vor. Über den Ort und das Datum der öffentlichen Verleihung werden wir Sie baldmöglichst informieren.

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